*Vergangenheitshinweis
Und wir träumten von einem anderen Leben.
Wir träumten von Liebe, die wirklich frei sein sollte. Liebe, die über die eigenen Ansprüche hinausgehen sollte. Eine Welt, in der das Zeigen von Liebe selbstverständlich wäre und uns wie ein Kinderlächeln umgeben würde und die Herzen aller Menschen erstrahlen ließe.
Wir träumten von Freiheit. Freiheit in unseren Köpfen, in unseren Taten. Freiheit für alle Menschen, ungezwungen von der Gesellschaft, das zu tun können, was das Richtige für uns ist. Wir träumten von der Freiheit, die unabhängig von jedem Machtgedanken sein sollte.
Wir träumten vom Leben. Ein Leben zu führen, das mehr als der vorgeschriebene Weg wäre, mehr als all die Träume, die unsere Leben schon immer begleiteten. Ein Leben, das mehr sein sollte, als „oh wie schön wäre das irgendwann“, ein Leben mit echten Emotionen, die uns ständig das hier und jetzt spüren ließen. Mehr als das Abbild des Lebens, das Leben an sich.
Wir träumten davon irgendwann nicht mehr träumen zu müssen. Wir träumten davon, unsere Ideale wahr werden zu lassen und tatsächlich etwas zu ändern.
Also fingen wir an. Wir fingen an uns selbst zu ändern. Der vielleicht härteste Part der ganzen Reise. Zu spüren, dass jeder von tatsächlich an sich arbeiten musste, um etwas zu ändern. Die Ideale wahr werden zu lassen. Wir fragten uns gegenseitig: „Worauf bist du bereit zu verzichten?“
Wir fingen an ein neues Leben zu leben. Kein blinder Konsum, keine Ausreden, ständige schmerzhafte Ehrlichkeit. Zu sich selbst und zu den Menschen, die wir lieben. Es ist so viel schwerer, das auszusprechen, was wir wirklich denken, als die hübsch überlegten gut klingenden Geschichten, die unser Verstand ständig für uns baut. Das neue Gefühl der Konfrontation mit dem ständigen Schauspiel, was uns umgibt.
Doch wir gaben nicht auf, jeder Tag wurde kostbarer, weil wir endlich anfingen, wirklich zu leben. Wir verziehen uns gegenseitig all die Fehler, die wir wie jeder jeden Tag machten, doch wir fingen an, ehrlich zu ihnen zu stehen. So wie wir anfingen zu uns zu stehen. Wer wir waren und was wir taten.
Wir wurden mehr als ein weiterer Loop des Universums, all die kleinen Erlebnisse machten uns stärker, wir liebten uns und unsere Geschichte, wir wurden unsterblich. Wir wurden stark genug, Dinge zu tun, die wir uns bis vor nicht allzu langer Zeit, niemals getraut hätten zu tun.
Und damit begannen wir die Welt zu verändern.
Kleine Schritte zunächst, doch jedes Gespräch, jede kleine Tat war Teil des kleinen Wunders, das immer mehr Wellen schlug. Wir wurden mehr und die Menschen mochten uns. Weil wir menschlich geblieben sind, weil wir mehr wollten als ein gutes Rollenbild für uns alle, in dem wir glücklich zu sein hatten. Weil wir an unsere Ideale glaubten und anfingen sie zu leben.
Wir schöpften Hoffnung, wirklich etwas verändern zu können, glaubten an die Kraft, die uns selbst beflügelte. Wir waren jung und voller Liebe für all die Schönheit dieser Welt. Für das, was uns Menschen verbindet. Ein Traum von Wärme, schallendem Lachen, Vertrautheit, Nähe, Bewusstsein.
Ein Traum von Bewusstsein für all das, was in unserer Welt so unfassbar schlecht läuft. Ein Bewusstsein dafür, hinzusehen, was wir alles in Kauf nehmen, damit es uns hier und jetzt gut geht. Ein Ende des Stumpfsinns. Ein Ende des „Keine-Meinung-habens“, weil es ja auch viel leichter ist, keine zu haben und sich damit nicht rechtfertigen zu müssen.
Worauf bist du bereit zu verzichten? Auf deine eigenen Lügen? Auf ein bisschen weniger Glanz nach außen? Du solltest dafür gewertschätzt werden, wer du bist und nicht wie du aussiehst. Dafür, was du fühlst und nicht dafür, was du angibst nach außen hin zu sein. Wo ist dein eigener Anspruch, das zu nutzen, was schon da ist und daraus das Beste zu machen?
Sei mehr als die Meinung der Gesellschaft, mehr als ein hübsches Selfie, lass andere sehen, was dahinter steckt, fang an aufmüpfig zu sein, verwickele andere in Gespräche über sie selbst und fange an, dich dabei selbst kennenzulernen. Wir alle sind Individuen der Spitze der Evolution. Wir können alles nutzen und anfangen uns auch endlich so zu verhalten. Wir müssen uns durch nichts und niemanden im Denken beschränken lassen. Wir können einfach Mensch sein und damit riesiges Bewirken. Jeder von uns, nicht nur die Superbrains oder die, die es eh schon nach oben geschafft haben.
Denk nur einmal darüber nach, was dir wirklich wichtig ist und fange an, darüber mit den Leuten um dich herum zu reden. Frage sie, was sie wirklich bewegt und sage, dass sie ehrlich sein sollen.
Fang an ehrlich zu dir zu sein und frage dich, wofür du das tust, was du da jeden Tag tust. Wofür wachst du jeden Morgen wieder auf?
Wir können so viel mehr als Roboter dieser Gesellschaft zu sein. Niemand von uns ist berechenbar. Und das ist nicht nur ein Traum. Wir leben den Traum.