Kinderplanung

Ich habe es erlebt, ich dachte, mein großer Lebenstraum geht in Erfüllung, endlich war ich schwanger, endlich begann ein neues Kapitel. Mir war nicht bewusst, wie viele Erwartungen an diese besondere Zeit hingen. Ich konnte nur enttäuscht werden und das wurde ich auch. Ich stellte mir, so naiv wie ich war, eine romantische Schwangerschaft mit meinem Partner vor, in der wir uns gegenseitig immer wieder Neuigkeiten aus dem Universum des Babybekommens berichteten, endlos viele Bilder machen, nicht genug Zeit miteinander verbringen könnten und sowieso alles ganz toll und flauschig wäre, während der Bauch wuchs. (Für meinen Partner bedeutete diese Zeit aber etwas ganz anderes, eher ein Abschied von seinem alten Leben und viel Auseinandersetzung mit sich selbst und vor allem mit sich selbst allein.) Auch die Realität als unser Kind dann da war, war eine ganz andere als ich es mir immer ausmalte. Klar ist es logisch, dass die Dinge nie so werden können, wie man sie sich wünscht, doch für mich war es nicht nur Wunsch, sonder ich bin ganz klar davon ausgegangen, dass gewisse Dinge so laufen, wie sie in meinem Kopf aussahen, vor allem in Bezug auf das Verhalten des Vaters des Kindes. Die Einsamkeit schlug so hart zu, als er wieder arbeiten ging. Ich litt sehr unter dieser Zeit und entwickelte großes Verständig für die vielen jungen Mamas, die viel Zeit allein mit ihren Kindern verbringen.

Und nun meine gute Freundin einfach mal so, fast nebenbei, ihre Vorstellung von Kinderplanung gedroppt. Ich war überwältigt und von der Klarheit und Einfachheit, mit der sie sich gegen alle Konventionen, die mich ja so sehr prägten, stellte. Und zwar meinte sie, dass sie, wenn sie mal ein Kind wollte, es Zusammen mit einer Freundin (nicht ihre Partner*in), die auch ein Kind wollte, machen würde. Damit da eben zwei Mamas sind, die all das Glück und all das Leid teilen können. Dass es keine Einsamkeit gibt, dass man sich supported und diese Zeit nach den eigenen Bedürfnissen gestalten kann. Natürlich gehören in dieser Planung auch die Väter/Partner*innen dazu und die sollen in einer solchen Konstellation ihren eigenen Platz finden müssen, aber ganz sicher auch froh sind, die Vaterrolle nicht allein leben zu müssen.

Bestimmt ist diese Einstellung nicht revolutionär und für einige nichts besonderes, doch mir hat es wirklich die Augen geöffnet. Es geht eben nicht nur darum, wann der perfekte Zeitpunkt ist und ob die Beziehung zum Kindesvater perfekt ist. Es geht auch darum, wer wirklich da, wer meine Situation wirklich versteht und mit wem ich sie teilen kann und das ist definitiv am allermeisten eine andere Mami. Ich wünschte das hätte man mir eher gesagt. Sollte ich noch einmal ein Kind bekommen, ist es definitiv mein großer Wunsch es gleichzeitig mit einer Freundin zu tun und damit nochmal eine völlig andere Erfahrung als Mami machen.

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