Werde ich weniger wichtig für mein Kind sein, wenn wir abstillen? Wird er darunter leiden? Ist es selbstsüchtig meinen Körper für mich zurückzuwollen? Werde ich es bereuen unser einzigartiges Band zu stören? Werde ich die neue Freiheit so genießen, wie ich es mir vorstelle? Werde ich mich weniger gebraucht fühlen? Ist es nur mein Verstand, der diesen Schritt will? Ich fühle mich sehr allein mit all diesen Fragen, alle Menschen, die relaten könnten, scheinen da sehr viel klarer zu sein.
Klar hab ich Angst. Klar will ich wieder mehr Freiheit. Klar will ich nur das Beste für mein Kind.
Vielleicht ist das ein Paradebeispiel, wie schwer es für mich ist, meine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und dann ernst zu nehmen, sofort spielen äußere Faktoren eine übergeordnete Rolle.
Mein Kind und ich brauchen aber definitiv eins: Klarheit. Er wird damit klarkommen (müssen). Ich werde ihm anders emotionale Nähe geben können. Vielleicht werden neue Rituale eine Rolle spielen. Für mich würde die neue Freiheit auch Mut abverlangen, unser sicheres Nest hier wieder öfter zu verlassen, mich zurück ins Getümmel wagen. Mich selbst und andere mit meiner veränderten Version konfrontieren, dem Leben außerhalb der eigenen vier Wände begegnen. Corona, Schwangerschaft, Elternzeit, ich bin sowas von raus aus dem Social Life, verstehe die Codes nicht mehr, bin sehr schnell überfordert. Aber weiß heute auch viel mehr, was mir eigentlich gut tut, bin weniger kompromissbereit. So oder so beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit einem Kind, das auch gut mal ohne Mama auskommt. Let´s see where it leads.