Stille

Innehalten

Die Betrachtung zur Ruhe kommen lassen. Das Werk zur Ruhe kommen lassen. Es liegt ganz still. In mir wird es still. Aber nur ganz kurz. Dann dröhnen die Maschinen. Die Getriebe laufen heiß, weil die Stille nicht auszuhalten war. Zweifel kommen, beißen zu, meine Arbeit liegt nun still und gebadet in Lärm. Darf nicht sein, was sie sein wollte, ist gefangen im Sein müssen.

Ich höre weg. Sehne mich nach der Stille. Sie war so kurz, aber doch perfekt. Kein Sein müssen. Viel mehr Sein dürfen. Ich lasse sie gehen. Denn die Stille ist das einzige, was ich nicht erzwingen kann. Sie ist in ihrer Stillheit leise, drängt sich nicht auf. Dröhnende Stille ist anders, ist schmerzhaft und deshalb dann eben doch keine Stille. In der Stille will nichts gesagt werden. 

Das Werk und ich. Wir wollen sein. Das Leben in uns, nur im Werk viel langsamer, viel stiller. Die Stille gibt es nur zwischen uns. Wir sind es nicht. Es rauscht, kracht, funkt, knackt in uns, lebendig oder nicht. Die Atome sind laut. Stille ist die Harmonie zwischen uns, mit allem was uns unterscheidet, dann eben doch in Resonanz und ruhig. Wir lassen uns sein. 

Ich verändere etwas. Meine Arbeit, sie ist nicht mehr dasselbe.

Und so bin ich nicht mehr dieselbe.

Diesmal bleibt die Stille. Ich lächle. Es wird nur kurz sein, aber ich bin da, um sie zu hören und zu fühlen. Diese wunderbare, nicht zu greifende Stille. 

Am Ende wird sie die Kunst sein. Kein Kunstwerk ohne Stille, die sich am Ende des Schaffens einstellt. Die Stille als Gegenteil des Prozesses. Sie lässt das Kunstwerk sein, ganz still, ganz strahlend, in Raum und Zeit hinein, für einen Augenblick, bevor alles wieder anders sein wird.

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